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Marburg. Vor 20 Jahren begann die Geschichte des wandernden Zelttheaters Compagnia Buffo. Am Donnerstag feierten sie zum zehnten Mal eine Premiere in Marburg.
von Sonja Veelen
Schrill, schräg und schockierend kommt das Episoden-Melodram-Spektakel Liebe(n), Tode, Leidenschaften daher. Da wird kein Blatt vor den Mund genommen, kein Tabu bewahrt. Die 50 Premierenbesucher ganz selbstverständlich einbezogen. Und, wie üblich bei Compagnia Buffo, beginnt die Show schon vor dem eigentlichen Programm.
In dieser Saison mit einer lauten, musikalischen Performance von Jan Sturmius Becker und Jirka Sova, die ausgerüstet mit kreativ gespicktem Waschbrett und Banjo steppend und singend für Stimmung sorgen.
Wer sich aus der Ferne dem Lahnufer hinter der Holzbrücke zur Jugendherberge nähert, mag sich ein bisschen an einen Jahrmarkt erinnert fühlen: Ein Wohnwagen-Toilettenhäuschen parkt am Wegrand, Lichterketten schmücken ein bunt bemaltes Festzelt aus dem Musik dringt und um das sich weitere Wohnwagen drängen. So sieht es aus, wenn das letzte deutschlandweit agierende Zelttheater Saison hat.
Das Programm ist eine vielseitige Mischung verschiedener Genres, das mit wenig Sprache und Kulisse auskommt, witzig, kurios, kla-maukig und abstrakt zugleich ist. So wechselt das vierköpfige Ensemble munter zwischen Schattenspiel, Maskentheater, Puppenspiel, Tanztheater, Schauspiel und Oper oft mitten in einer Szene.
Dabei steht das Derbe oft im Vordergrund: Kasperle wird von Gretel und der Großmutter erhängt, ein inhaftierter Dichter reckt dem Publikum seinen übergroßen Penis entgegen und in einer anderen Episode wird minutenlang eine Ziege penetriert.
Es geht um Figuren, die sich aus den Schlingen ihrer Unfreiheit, ihrer Ungeliebtheit, ihrer gesellschaftlichen Unterdrückung zu befreien versuchen, um ihre tiefsten Sehnsüchte erkennen und befriedigen zu können, heißt es im Programmheft. Vordergründig bleibt jedoch nicht tief greifende Prosa, sondern platter Klamauk der beim Publikum gut ankommt.
Etwas penetrations-betont, aber sehr witzig, fand Katharina Laux das Stück. Schrill, schräg, vielseitig und wirklich professionell, urteilt Rosemarie Gräßle nach der Premiere.
Besonders Willi Lieverscheidt, der als buckliger Alter Notfallpläne aufstellt, Magie betreibt und in anderen Rollen seine Opernstimme durchs Zelt schmettert, zeigt, dass echte Könner auf der Bühne stehen.
Compagnia Buffo ist in jeglicher Hinsicht ein außergewöhnliches Unternehmen, das ein Spektakel veranstaltet, an dem sich jeder erfreuen wird, dem es nach einer Abwechslung zu klassischem Theater gelüstet.
sum Korvin. Welch vertrauter Anblick, welch lieb gewonnene Atmosphäre. Der Besuch im heimeligen Theaterzelt der »Compagnia Buffo», in Korvin mittlerweile ein selbstverständlicher Programmpunkt der Kulturellen Landpartie, ist ein beliebter Ausflug in die Staub aufwirbelndeWelt aus Wandertheater, Jahrmarktfeeling und Klamauk.
Doch zu Beginn, wie gewöhnlich, müssen »erst mal ein paar Sachen geklärt werden». Die Notausgänge zum Beispiel. Und woran erkennen wir Stromausfall? Schon sind wir drin in Willi Lieverscheidts wahnwitziger Wandlungsfähigkeit, der gerade noch unscheinbar am Eingang die Karten knipste und bucklig durch die Reihen schlurfte. Ach, eigentlich ist es doch egal, was er erzählt, Hauptsache er spielt. Weiter geht»s. Mit Pauken und Trompeten, schleudert uns rhythmisches Tröten und Wummern in das neue Stück der Buffos, das absurde Melodram Spektakel »Liebe(n) Tode. Leidenschaften». Im Mittelpunkt des Geschehens steht »eine verlotterte, heruntergekommene Theatergruppe, die ihr 225-jähriges Existenzjubiläum feiert». Die Handlung ist eigentlich nicht so entscheidend. Episoden ranken sich atemlos aneinander. Immer neue Figuren werden kreiert. Lieverscheidt als angetrunkener Kasperl, immer wieder schön. Halb Mensch, halb Puppe, schlacksig verschwinden die Komödianten in dem Gefühl Kasperpuppe, baumeln labberige Beine über dem Bühnenrand. Eben noch verzückt im herzzerreißenden Puppenspiel, befinden wir uns gleich darauf im anrüchigen Gefängnis, in dem der Dichter Marquez absitzen muss und mit seinem »Freund Juan» für Unruhe sorgt. Das ist prall, das ist herrlich überzogen und deftiges Volkstheater.
Mit abwechslungsreichen Stilmitteln - Film, Schattentheater, komischer Oper, Commedia dell«Arte - geht es weiter durch die schillernde Theaterpoesie aus Illusion und Verwirrung. Monströse Kopfpuppenfiguren erzählen uns etwas aus dem Alltagsleben der Familie Klein, die sich nach Höherem sehnt. Ausdruckstanz, West Side Story, eine Einkaufstüte von Lidl, ein Schaf oder ein sinnlos hingeschleudeter Satzfetzen wie: »Das Mittagessen ist kalt geworden», reihen sich atemlos aneinander. Gefolgt von aberwitzigen Geschichten, die vor Spielleidenschaft nur so strotzen. Voller grotesker Verrücktheiten
Der in den vergangenen Jahren stets im Vordergrund agierende Willi Lieverscheidt, um den sich der Rest der Truppe rankte, was niemanden besonders störte, lässt diesmal besonders den neuen Mitgliedern der Truppe Jan Sturmius Becker, und Jirka Sova viel Raum für großartiges Können.
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Tübingen, den 30. August 2003 Frauen, Fahrten, AbenteuerGepflegte Derbheiten: Das große Welttheater der Compagnia Buffomit Shakespeares „Perikles, Fürst von Tyrus“ |
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Willi Lieverscheidt trägt bauchfrei, Sybille Denker wird zum Stehpult, Peter W. Hermanns zum Schirmherr. So sieht William S. bei der Compagnia B. aus. |
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TÜBINGEN (pme). Nebelverhüllt entsteigt der Dichter
John Gower dem Grabe. In einem Nebel verhüllt wird er am Ende wieder
grabwärts entschwinden. Dazwischen liegen gut zweieinhalb Stunden tolles
Theater, in denen neben Gower noch 33 weitere Figuren die Bühne betreten
werden. Nebst ungezählten Darstellern, die auf der Leinwand reüssieren.
Eine Multimedia-Show sollte man das Theater der Compagnia trotzdem nicht
nennen. Es klingt zu sehr nach heute, nach Verkabelung und Sektempfang,
Hochglanzbroschüre und der Welt jener, die „es geschafft“
haben. |
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Langsam hatte sich das Zelt gefüllt. Erst die um die kleine Bühne drapierten Tische, dann die hinteren Sitzreihen waren vom gut gelaunten Publikum in Beschlag genommen worden. Vorfreude auf Willi Lieverscheidt von der Compagnia Buffo hatte man von den Gesichtern ablesen können. Das Theaterzelt im Cheltenhampark steht diesen Kultursommer schließlich nicht zum ersten Mal.
Die Welt versinkt
Und als um kurz nach acht der Folkwangabsolvent Lieverscheidt die Bühne betritt und mit seinen markanten Augen in die Runde blickt, versinkt die Welt jenseits der Zeltplane, und diesseits wird die Welt des Schauspiels aufgerufen. Diesmal überzeugt der eindrucksvoll wandlungsfähige Lieverscheidt als Francois Villon, dessen mit Balladen angereicherte Lebensbeichte er vorträgt.
Dabei scheint ihm die Rolle des dichtenden Gauners auf den Leib geschnitten zu sein. Allerdings hat er selber die Schere geführt: In Lieverscheidts Darstellung ist Villon ein alternder Genussmensch, dessen Antrieb sein schier unerschöpflicher Geist ist. Der ihn im Zuge der Amtshilfe durch seinen Bruder im Wein die Szenen seines Lebens monologisierend nacherleben lässt.
Ungekünstelt schnoddrig
"Ich bin so wild nach deinem Erdbeermund", stöhnt Lieverscheidts Villon auf, dessen Erinnerungen fein und dessen Unersättlichkeit total ist. Und der als respektloser Beobachter zeitlose Gesellschaftsbilder zu pinseln versteht. Etwa vom faltigen Muttchen, deren reifer Körper ihr eine einzige Pein ist, und die frustriert wispert: "Wieso hast Du mich so geschlagen Alter?". Nicht nur sie wird von Lieverscheidt in mimischer Meisterschaft porträtiert.
Dessen ungekünstelte schnoddrige Art entfacht bei den Zuschauern Begeisterung. Dann und wann bricht er ab, streift durch die Reihen und fragt das Publikum, einer Laune folgend, biografische Daten ab. "Valerius, ist das ein Begriff? Wann geboren? Hauptwerk?". Mit Gespür für Komödie beendet er jeweils die Exkurse mit "Was machen wir jetzt? Weiter, ach richtig!". Und eine Sekunde später ist der Profi Lieverscheidt wieder mitten im Text.
Nach der zuckersüßen "Ballade von der Mäusefrau" ist Schluss und unwillig räumen die verzauberten Zuschauer die Plätze. Die herrlich versoffene Welt des dichterischen Genies Villon liegt hinter ihnen, heraufbeschworen vom großen Illusionisten Lieverscheidt. Draußen bahnt ihnen das letzte Tageslicht den Weg zurück in die Realität. Deren Existenz nach diesen wunderbaren zwei Stunden ein wenig stört.
Eduard Warda
Von NADJA WICK. Mit einer derben Tragikkomödie lässt die Compagnia Buffo die Tradition des Wandertheaters aufleben.
Als auch noch der Goldfisch als sein letzter Gefährte stirbt, schwört Monsieur Dechamps (Willi Lieverscheidt) Rache: "Ich mach ihn fertig, diesen Tod!". Der Verzweifelte begibt sich auf eine makabre Reise in die Vergangenheit und durchlebt in verschiedenen Charaktermasken Grenzsituationen zwischen Leben und Tod.
Das skurrile Theaterstück "Doch das Paradies ist verriegelt. . .", mit dem die Compagnia Buffo am Freitag Premiere feierte, wartet mit einem großen Repertoire darstellerischer Einfälle auf: Ein Spiel mit überlebensgroßen Puppen, eine Opern-Persiflage, Zaubereinlagen und Schwarz-Weiß-Filme - die beiden Schauspieler Willi Lieverscheid und Angela Gülck ließen keine Eintönigkeit aufkommen. In Zeiten durchgestylter Hightech-Spektakel wirkt das burleske Episodenstück erfrischend menschlich, wenngleich einigen Szenen auch eine leisere Gangart gut gestanden hätte. Doch die Frivolitäten ziehen ihr Existenzrecht aus der Tradition des Wandertheaters, dem sich die Compagnia Buffo verpflichtet hat. Den komödiantischen Spielleuten gleich, die ihre Kunst auf den Bretterbühnen der Jahrmärkte zeigten, reisen Lieverscheid und Gülck mit ihrem Stück durch deutsche Städte. Auf dem Gelände des Zirkus-Artistik-Zentrum am Rheinufer (neben dem Axa-Hochhaus) gastiert die Compagnia Buffo noch bis zum 29. Juni täglich (außer montags) um 20 Uhr.
Ob sich Monsieur Dechamps mit seiner Reise dem Tod widersetzen kann, bleibt bis zum Ende offen. Nur so viel sei vorweggenommen: Der Tod ist eine Frau.
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Tübingen, Montag den 11. September 2000 Die alte MischpokeAber besser als je zuvor:Die Compagnia Buffo am Tübinger Anlagensee |
TÜBINGEN (pme). Man wird auf Großes
vorbereitet, auf Gefährliches: Hier hängt die
Notbeleuchtung, falls es einmal dunkel werden sollte. Dort
sind die Notausgänge, da der Feuerlöscher. Die Dame drüben
soll im Brandfall löschen, sie sitzt am nächsten.
Das Notlicht fällt dann nicht aus, es wird auch nicht
brennen. Dafür wird einem Schauspieler erst ein Messer in
den Kopf getrieben, der ihm wenig später einige Male um
die eigene Achse gedreht wird. Auch den Zuschauern wird an
diesem Abend der Kopf verdreht. So gut war die Compagnia
Buffo noch nie. Schuld daran sind vor allem: ein Thema,
ein Film und ein Stück schwarzes Theater.
Ein Thema: Gab es in den Anfangsjahren der Compagnia
nicht, später dann schon. Aber diesmal scheinen sie das
ideale Motiv gefunden zu haben: Mit dem Professor, der ein
Geschöpf erschafft, das er so nicht gewollt hat, sind sie
mitten in der aktuellen Gentechnologie-Diskussion. und
vielleicht kann dies nur das Buffo-Theater, ohne auch nur
im entferntesten den Ruch einer Anleihe bei einem
Zeitgeist-Thema genommen zu haben: Gliedmaßen, Körpermonströsitäten,
das Zerlegen und Zusammenfügen von Körperteilen gehört
zur ureigensten Theatersprache der Compagnia. Eine glückliche
Fügung.
Der Film: Der ist so komisch wie versiert. In dem
Augenblick, in dem die Zuschauer erwarten, das bislang
unter dem OP-Tuch verborgene Geschöpf nun endlich zu
Gesicht zu bekommen, wird aus der Perspektive eben dieses
Geschöpfs gefilmt. Dann stapft der bühnenleibhaftige
Doktor in die Leinwand, tritt im Film auf. Die Ebenen
geraten aufs schönste durcheinander. Künstlerisch
wertvoll ist auch das Schattenspiel. Man weiß nicht so
recht, inwieweit hier überhaupt noch ein Schattenspiel
oder nicht schon ein Schattenspielfilm oder ein Mix aus
beidem abläuft. Die Medienwerkstatt Freiburg, die in den
Personen von Peter Herrmans (Regie) und Wolfgang Stickel
(Film} präsent war, hat dieser neuesten
Compagnia-Produktion eindeutig gut getan.
Und dann dieses schwarze Theater! Es mag für die
Compagnia-Truppe vielleicht kein Kompliment und insgesamt
ein eigenartiger Vergleich sein, aber wenn man so was bei
Peter Steins Faust gesehen hätte, die Kritiker hätten es
zu Recht gerühmt! Ein hochpoetischer Schöpfungsreigen,
der dem Zuschauer größte Rätsel ob seines technischen
Zustandekommens aufgibt. Immerhin besteht die Compagnia
nur noch aus Willi Lieverscheidt, Doro Brinkmann und
Angela Glück, also drei Leuten, die schließlich nicht ständig
überall sein können.
Auch was das Puppenspiel angeht, überrascht das Trio. In
einem so tumb-blöden wie bildungsbürgerlichen Märchen
mit Prinz und Prinzessin stecken in den Menschen
spielenden Puppen Menschen, die Puppen spielen. Falls das
jemand nicht verstanden haben sollte, muss er eben selbst
hingehen. Es lohnt sich sowieso, allein schon wegen dem
Wiedererkennungswert. Denn neben den erwähnten Highlights
ist es natürlich wieder die alte Mischpoke.
Das will man sehen, wenn Compagnia kommt, und das bekommt
man auch zu sehen: Die große komische Oper, das Stück
zum Mitsingen, Kasperl und Gretel verhauen sich
gegenseitig. Derb, grob, deftig, lüstern, schauerlich, rührend.
Doch im Detail dann immer wieder sehr fein und zart gewebt
Die Compagnia Buffo ist poetischer und weiser geworden.
Ohne Einbußen an Kindsköpfigkeit und Blödsinn. Eine
gute Nachricht.
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Freiburg, Mittwoch den 4. Oktober 2000 Im wandernden WunderzeltZelttheater: Die Compagnia Buffo auf dem Stühlinger Kirchplatz in Freiburg |
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Nachdem wir genau erfahren haben, welche Sicherheitsvorkehrungen uns vor dem Theater retten werden und ein Glücklicher ein „Menü für 4 Personen" gewonnen hat (das sich später als Tütensuppe und Puddingpulver entpuppt), erstürmen Doppelwesen aus Puppen und Menschen die Bühne im Zelt auf dem Stühlinger Kirchplatz und von nun an ist nicht mehr zu unterscheiden, wo Schatten und Schauspieler anfangen und wieder aufhören: Die Compagnia Buffo ist wieder da, mit neuem Programm: „Der Körper meines Schattens" (Regie: Peter Willi Hermanns aus Freiburg). Zur kurzen Erholung erst mal einen schönen alten Film: Herr Prof. Dr. Sachsenfeld, Professor der Biochemie, möchte die vollkommene Frau zu erfinden: die rechte Hand die einer Nonne, die linke die einer Hausfrau und das Herz von Prinzessin Diana, besser kann ein weibliches Wesen nicht sein. Aber Sachsenfeld und sein Gehilfe überspringen nicht nur dauernd die Grenzen der Leinwand, auch die ideale Frau Frankenstein wird leider anders als geplant, sondern fängt an, ihren Erzeuger über Berge, Wiesen und Täler zu verfolgen. Unterdessen erleben wir die Liebesgeschichte vom hässlichen, schlauen Prinzen und der schönen Prinzessin mit nur zwei Gehirnzellen. Zwei riesengroße Puppen, in denen auch Menschen stecken könnten, aber natürlich Puppen sind. Aber da bewegt sich doch trotzdem ein Arm einfach so? Zum Augenreiben. Nichts ist, wie es scheint, und doch geht alles mit rechten Dingen zu. Jahre später,
Dinosaurier ziehen übers Land, passieren andere wunderliche
Geschichten: Da ist Jean-Claude, der schwebende Jungmann, dem auch
mal die Unterhose weggezaubert wird. Oder der Mann, der seinen
Schatten in das graue Schattenreich des schattengeilen Herrn von
Schattenwald verkauft. Oder die hochdramatische Oper von der Königin
von Saba, bei der wir den Chor bilden und das Blut reichlich in
roten Stoff bahnen fließt. Und wie unterscheidet Gretel das
Kasperle vom Teufel? Die Compagnia Buffo aus Tübingen hat in Freiburg wieder einmal ihr wanderndes Wunderzelt aufgeschlagen - seit 1985 ziehen sie herum und entführen in ein rasantes, multimediales Episodenspektakel, in dem Abbild, Illusion und Realität beständig verschwimmen. Sie sind weit davon entfernt, nur Jährmarktsklamauk zu sein " poetisch und derb, entrückt und bodennah gleichzeitig sprudeln ihre verrückten Fantasien. Eigentlich fast eine One-Man-Show, denn Willy Lieverscheidt lässt seine Mitspielerinnen Doro Brinkmann und Angela Gülck kaum zu Wort kommen, aber trotzdem sind die drei so harmonisch, wild und witzig, dass man ihnen nur jeden Abend ein ausverkauftes Zelt wünschen kann. Dorothea
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